Alle drei vereint

Kontrollwaage

Nun ist es soweit! Die Osterpause ist vorbei und wir sind endlich wieder bei unseren Bienen. Ich muss ehrlich gestehen sie haben mir gefehlt. Wie schnell man sich an das Arbeiten mit den Bienen gewöhnt ist wunderschön. Es ist wirklich ein tolles Hobby und dass man hierbei gleichzeitig auch noch einen Beitrag zum Umweltschutz leistet ist das I-Tüpfelchen! Die Bienchen haben die schönen Tage genutzt und haben fleißig die Mittelwände weiter ausgebaut und mit Nektar gefüllt. Auch unsere Königinnen waren fleißig, sodass die Brut sich stetig weiter entwickelt. Das schafft eine gute Grundlage an Arbeiterinnen für die intensiven Monate Mai und Juni.

Platz, Platz – wir brauchen Platz!

Jetzt kommen wir in die Phase in der wir sicherstellen müssen dass die Bienen genug Platz haben um den Schwarmdrang zu minimieren. Doch wie schafft man genug Platz? Zum einen haben wir frisch ausgebaute Waben, die im zweiten Brutraum mit Honig gefüllt wurden, hinauf in den Honigraum versetzt und leere Waben wieder in den Brutraum gehängt. Eine davon war eine ausgeschnittene alte Wabe. Eine sogenannte Drohnenwabe. Dort bauen die Bienen Waben mit größeren Zellen. Die Königin erkennt diese Bauweise und legt dort unbefruchtete Eier hinein, die zu Drohnen heranwachsen. Toni erklärt uns, da diese die längste Entwicklungsphase (24 Tage) haben, legen Varroamilben (unser aller Erzfeind) bevorzugt dort ihre Eier ab. Dies ist somit die erste Maßnahme im Bienenjahr, um die Anzahl der Varroen im Volk zu senken bzw. zu minimieren.

Zum anderen wollen wir Ableger züchten. Dadurch schaffen wir Platz im alten Bienenstock, unterdrücken somit das Schwärmen und züchten uns zugleich neue Königinnen und Völker heran. Wenn alles klappt natürlich – also Daumen drücken!

Die Entwicklung unserer fünf Völker ist unglaublich unterschiedlich. Wir haben zwei sehr starke, zwei mittlere und ein schwächeres Volk. Um ein Gleichgewicht zu schaffen und natürlich um die mittleren und schwachen Völker zu stärken haben wir wieder Brutwaben getauscht. Dadurch bekommt das schwächere Volk weitere Bienenmasse und das stärkere Volk neuen Platz! Eine Win-Win-Situation!

Die Biene und das Biest

Die Varroamilbe ist die größte Gefahr für unsere westliche Honigbiene. Die etwa 2 Millimeter großen Milben stammen aus Asien und ernähren sich einfach ausgedrückt von dem Blut der Bienen (von der Hämolymphe, der nährstoffhaltigen Körperflüssigkeit der Bienen). Dadurch werden die Bienen stark geschwächt. Sie wiegen weniger als die gesunden Bienen und sind ebenso weniger leistungsfähig. Wenn wir als Imker hier nicht konsequent und gewissenhaft eingreifen, wird der Milbenbefall das Bienenvolk systematisch zerstören. Die Milben entwickeln und vermehren sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Dort wird zunächst ein einziges Ei gelegt, aus dem eine männliche Milbe schlüpft. Diese Milbe ist ausschließlich dazu da, die anschließend gelegten Eier zu befruchten, welche dann in der Brutzelle ihre Geschlechtsreife erlangen. Normalerweise sind die Zellen der Arbeiterbrut 12 Tage verdeckelt. In dieser Zeit entwicklen sich bis zu zwei neue Varroamilben. Da die Drohnenbrut aber länger verdeckelt bleibt, bevorzugen die Milben diese Brut. Hier können sogar bis zu drei neue Milben heranwachsen. Somit ist die Brut von Drohnen spürbar stärker befallen als die von den Arbeiterinnen. Und hier liegt unsere Chance. Dadurch dass wir den Bienen einen leeren Rahmen zum Drohnenzellenbau anbieten und diesen wenn er komplett verdeckelt ist heraus schneiden und fachgerecht einschmelzen wird die Milbenentwicklung im Bienenstock reduziert. Weitere Bekämpfungsstrategien gehen Hand in Hand mit dem Einsatz von Tierarzneimitteln. Diese Behandlungsschritte können allerdings erst nach der Honigernte verwendet werden. Das werden wir sicherlich auch noch zusammen mit Toni machen.

Die Schwarmkontrolle – erste Ableger werden gebildet

Ebenso müssen wir nun auf den Bau sogenannter Weiselzellen achten. Hier werden Königinnen heran gezogen. Um das Schwärmen zu verhindern können diese Zellen entweder zerstört oder in einen leeren Kasten gehängt werden um Ableger zu züchten. Bei unserem stärksten Volk haben wir Weiselzellen entdeckt. Es waren sogar richtig viele, sodass wir drei Ablegerwaben bilden konnten. Toni hat einen speziellen Brutraum mitgebracht in dem alle Ableger zugleich (und dennoch räumlich getrennt) einziehen können. Jede Brutwabe (mit den Weiselzellen) wurde mit einer Futterwabe und einer leeren Wabe in ein Abteil gehängt. Zusätzliche Ammenbienen sollen die Brut wärmen. Ende Mai sehen wir ob alles geklappt hat.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser

Wir möchten natürlich die Entwicklung unseres Bienenvolkes genau nachvollziehen können. Deshalb haben wir mein Volk auf eine Waage gestellt. Jetzt können wir die Gewichtsveränderungen protokollieren. Der gesamte Stock wiegt derzeit 41,2 kg. Zum Vergleich gibt es online Ergebnisse von elektronischen Stockwaagen. Hier können die Daten der zurückliegenden Tage und Wochen verfolgt werden. Ein Hoch auf das Internet!

In diesem Sinne – bee online!