Von Maden und Wildwuchs

Ein Blick in die Beute auf das Bienenvolk

Heute war das Wetter nicht gerade ideal um mit den Bienen zu arbeiten. Es war trocken aber doch relativ frisch und die Bienen waren in den letzten Tagen nicht viel draußen unterwegs. Aber wir alle wollen etwas lernen und schließlich wollen wir doch wissen wie es den vertauschten Völkern geht. Also haben wir beschlossen eine kurze Durchsicht zu starten.

Platztausch

Zur unser aller Überraschung wurden die neuen Magazine nicht angenommen und es sind keine Bienen eingezogen. Weder im schwachen noch im starken Volk haben sich die Flugbienen des jeweils anderen angesiedelt. Eine mögliche Erklärung laut Toni ist, dass wir zu wenig bzw. zu kleine Löcher in die Zeitungsschicht gestochen haben und somit der Duft der Königin nicht hinunter in das leere Magazin strömen konnte. Dadurch wurden die Bienen möglicherweise nicht angelockt und hatten keinen Grund sich dort anzusiedeln. Die Flugbienen sind wahrscheinlich in den Nachbarvölkern unter gekommen. Die „Enttäuschung“ (man kann hier nicht wirklich von einer Enttäuschung sprechen, aber wir haben einfach mit einer größeren Entwicklung gerechnet) war doch da, aber gut, so ist das eben wenn man mit Tieren arbeitet. Egal ob mit fleißigen kleinen Bienchen oder beispielsweise mit Pferden. Wenn man mit Tieren arbeitet kann man sich nicht an einen durchgetakteten Plan halten sondern muss immer auf die individuelle Entwicklung des Lebewesens eingehen und Rücksicht darauf nehmen. Die Völker wurden wieder zurückgetauscht und die leeren Magazin wie bei den anderen Völkern oben aufgelegt, sodass sich hier nun das Volk weiter entwickeln kann.

Wildwuchs

Die Durchsicht hat sich auf jeden Fall gelohnt! Im mittleren Volk haben wir einen Wildbau gefunden. Die Rähmchen wurden mit einem zu großen Abstand voneinander in die Beute gehängt. Somit war der Bienenabstand zu groß und die Bienen konnten wild anfangen zu bauen.

Aber wir haben den Wildbau rechtzeitig gefunden. Lediglich das Gerüst war fertig. So konnten wir ohne Verluste (von Bienen oder eingetragenem Nektar oder dergleichen) den Wildbau entfernen und die Rähmchen im richtigen Abstand wieder einhängen.

Exkurs: Als Bienenabstand (engl. bee space) wird in der Imkerei die Distanz innerhalb des Bienenstocks bezeichnet, die von den Bienen weder mit Bienenwachs verbaut (bei zu großem Abstand) noch mit Kittharz abgedichtet wird (bei zu kleinem Abstand).Der ideale Bienenabstand beträgt 8 mm (± 2 mm) und zwar vom Rähmchen zur Beutenwand als auch zwischen übereinander hängenden Rähmchen in den einzelnen Etagen einer Beute. Wird er bei der Konstruktion eingehalten, ist das Imkern mit beweglichen Waben (Mobilbau) ohne Verbau und damit Problemen beim Öffnen möglich. Neben dem Bienenabstand gibt es auch den Wabenabstand, den Abstand zwischen zwei nebeneinander angeordneten Waben. Dieser beträgt von Wabenmitte zu Wabenmitte 35 mm. Der zwischen den Waben liegende freie Raum wird als Wabengasse bezeichnet. Diese ist so eng oder weit, dass die Bienen ohne Behinderung beide Waben belaufen und andererseits noch von der einen auf die andere Wabe wechseln können – etwa gleich groß wie der Bienenabstand. Wenn der Abstand größer ist, zum Beispiel weil der Imker zwei Rähmchen zu weit auseinander rückt, beginnen die Bienen, auch in diesen Zwischenraum Wabenwerk, sogenannten Wildbau, zu bauen.

Weitere Beobachtungen

Bei unserem Volk Nummer 1 konnten wir einen schönen Futterkranz um die Brut mit frisch eingetragenem Honig finden. Der war noch ganz klar, dünnflüssig und schmeckte mehr nach Zuckerwasser als nach aromatischen Honig. „Dieser Eintrag ist gerade im Frühjahr für die Entwicklung der Völker Gold wert,“ so Toni.

Darüber hinaus gab es noch zwei Entdeckungen bei Volk Nummer 3. Vor dem Flugloch lagen im Verhältnis zu den anderen Beuten relativ viele tote Bienen. Alle mit ausgefahrenem Rüssel. Das könnte ein Hinweis darauf sein das die Bienen vergiftet sind. Zeitgleich werden bei uns die Felder gespritzt. Die Bienen werden wahrscheinlich etwas von dem Spritzmittel abgekommen haben und sind deshalb gestorben. Das beunruhigt mich als Probeimker natürlich enorm. Aber nach Durchsicht der Brut konnten wir keine weiteren Schädigungen oder kranke Bienen finden. Alles schaut bestens aus. Gottseidank! Die zweite Entdeckung war wieder beim mittleren Volk. Als ich den Schieber herausgeholt habe, haben wir Maden entdeckt. Eklig!!! Aber da wir keine weiteren Maden oder Beschädigungen in den Rähmchen gefunden haben ist es nicht ganz so schlimm.

Wir werden sehen wie sich die nächsten Tage entwickeln und welches Wetter wir bekommen. Es bleibt weiter spannend!

In diesem Sinne – bee happy!